Studis beeindrucken leicht gemacht…

Nein, nicht ich.

Es gibt da einen netten Kollegen, nennen wir ihn Herrn Verständig, der dieses Semester einen Lehrauftrag für eine Vorlesung hat. Und er hat das Glück, SIE in der Veranstaltung sitzen zu haben. Mein Mitleid hat er.

Nun kam eine Kollegin – die auch schon Freude an Brille hatte – zu mir und meinte: „Stell dir vor, die Studis sind von Herrn Verständig total begeistert. Und weißt du warum? DER VERSTEHT DIE!  Die meinten, wenn sie was fragt, gäbe er ihr sofort Antworten. Ich glaube es nicht!“

Die großen Fragezeichen über unseren Köpfen (Gibt es doch Mentalisten? Kann er ihre Gedanken lesen? Hat er so eine in der Familie?) könnt ihr euch sicher vorstellen.

Letzte Woche lief er meiner Kollegin und mir in die Hände. „Komm mal rein, wir haben da eine Frage…“ Schwupps – Schlüssel rumgedreht – den armen Kerl in die Zange genommen.

Sprich – WARUM und WIE verstehst du die?! Die Studis sind ganz begeistert und fasziniert. Wie verdammt machst du das?

Ich glaub, ihm wurde es ganz blümerant – aber egal. So was gibt es nicht! DIE versteht KEINER!

Nach längerem Drehen und Winden seinerseits und Drohungen, ihm ein Wochenendseparee zusammen mit ihr zu spendieren, rückte er endlich mit der gnadenlosen nackten Wahrheit heraus:

Aber ich versteh von der doch nur einzelne Wörter und interpoliere dann, was sie vielleicht gemeint haben könnte… Und ich dachte, das muss doch auffallen, dass nur ich die nicht verstehe – ich kam mir schon total blöd vor!

Sein dummes Gesicht, als Kollegin und ich losprusteten, hätte ich fotografieren sollen… Verdammt… 😀

Endlich! Möbel!

Nachdem wir seit dem Umzug an das neue Institut mit geliehenen, alten Möbeln auskamen – war es heute nach mehr als einem viertel Jahr so weit:

Wir bekamen eigene Möbel! Neue! Nach unserem Geschmack!

Die Lieferanten waren pünktlich um 8 Uhr da. Mit Chef war vereinbart, dass ich ihm Bescheid gebe, wenn etwas unklar wäre oder wenn absehbar wäre, wenn die Monteure fertig werden, damit er sein Büro einräumen kann.

Halb neun: SMS – „Wie weit sind sie?“

„Lieber Chef, die tragen bestimmt noch eine Stunde hoch – lass dir Zeit, vor Mittag sind die nicht fertig“

„OK, dann lass ich mir noch etwas Zeit“

Eine dreiviertel Stunde später war er da. Halb zehn. Die Möbelpacker hatten noch nicht mal die Hälfte hochgebracht, denn – die großen Schränke waren zu hoch (> 2,20m) für den Aufzug.

Also tragen.

Mehrere Stockwerke.

Insgesamt 7 Schränke. Jeder 220 cm hoch, 120 cm breit und 50cm tief.

Sie taten mir beinahe leid: Kaum hatten sie den Schrank auf dem Stockwerk, nix wie auf ein Rollbrett – und schon lagen die beiden Träger laut schnaufend quer über dem Schrank… Bis sie nach mehreren Minuten (diese Zahl nahm bei jedem Schrank exponentiell zu…) in der Lage waren, die Schränke auch ins Büro zu bringen… Das gab eindeutig Abzüge in der B-Note.

Noch mehr Abzüge gab das laute Scheppern, das sich als eine eliminierte Aufzugbeleuchtung entpuppte. Hatten wenigstens die Hausmeister auch was zu tun. Nicht, dass die sich langweilen.

Na ja, tun kann man da auch nix – man steht nur im Weg rum. Da ist es dann gut, den Chef zum Einkaufen zu schicken, ist wenigstens er aus dem Weg – wenn ich schon dauernd den Monteuren aus dem Weg springen durfte.

Nach einigem Gekrabbel unter dem Tisch sind jetzt alle Kabel in ihren Kanälen, die Rechner rechnen vor sich hin – und die Schränke warten auf ihren Inhalt.

Noch viel zu tun… *seufz*

Aber das Büro sieht toll aus 🙂

Deadlines und die Uhr

Zur Arbeit an der Uni gehört auch zu Publizieren – in Zeitschriften oder auf Konferenzen. Für letzteres gibt es Deadlines für die Einreichung der Artikel, in der Regel ein halbes bis dreiviertel Jahr vor der eigentlichen Konferenz – man braucht ja auch Zeit, die Artikel von Gutachtern reviewen zu lassen und zu entscheiden, wer eingeladen wird und wer abgelehnt.

Nun, die letzten Woche verbrachte ich mal wieder mit Schreiben für eine Konferenz – nicht die unwichtigste in der Community, im Übrigen. Submissiondeadline: Freitag, 23:59 Uhr.  Einen Tag vorher war die erste Version fertig, das Korrekturlesen verschiedener Leute nahm den Freitag ein – und um 23:00 Uhr war das Paper eingereicht.

Man fährt todmüde,  aber frohgemut heim. Um am nächsten Morgen noch einen Fehler zu finden. Verdammt, ich laufe mich ärgernd durch die Wohnung. Wenn nun aus diesem Grund (ja, es war nicht nur ein Tippfehler!) abgelehnt wird?

Eine unruhige Stunde des Grübelns später: Vielleicht kann man noch…? Tatsächlich, das System ist noch offen: „The deadline for submissions is the end of xxx 2013, Hawaiian time.“

ARGH!!! Hätte ich gleich richtig gelesen, hätte ich noch fast zwei Stunden zum neu abgeben gehabt (Hawaii-Zeit ist uns 11 Stunden hinterher), so wurde es … sportlich. Aber geschafft! 

Jetzt darf ich so bis … na ja, bestimmt Mitte April warten… Und warten. Und mich dann über die Kommentare der Reviewer ärgern…