Abstract schreiben leicht gemacht

Ein Studierender wollte von mir wissen, wie man einen Abstract aufbaut. Ich denke, im Beispiel, das ich ihm gab, konnte ich unsere bisherigen „Forschungsideen“ zum Thema Wetter gut einbringen… *fg*

„Lieber Herr Schreiberling,

wie Sie wissen, stellt ein Abstract einen kurzen Abriss der Arbeit dar. Im Gegensatz zum Klappentext eines Romans dürfen Sie hier das Ergebnis aber schon vorab verraten. Bauen Sie das Abstract doch in dieser Weise auf:

  1. Beschreiben Sie die Ausgangssituation
  2. Aktueller Stand der Forschung
  3. Erkannter Forschungsbedarf
  4. Welche Forschungsfrage leitet sich ab?
  5. Was wurde wie untersucht?
  6. Welches Ergebnis hat die Arbeit?
  7. Eventueller Ausblick, falls die Arbeit nur ein Teil einer Gesamtstudie ist

Ich hoffe, Sie kommen damit weiter,

mit freundlichen Grüßen

aussichteinsicht“

Antwort:

„Hallo,

hätten Sie mal ein Beispiel für mich?

Mfg

K. Schreiberling“

Beispiel? Na gut, hier ist eines (aber sicher nicht zu seinem Thema, sonst tippelt er das am Ende noch ab…):

„Lieber Herr Schreiberling,

anbei das gewünschte Beispiel. Die Nummern im Text zeigen, auf welchen Gliederungspunkt sich die einzelnen Teile beziehen.

Mit freundlichen Grüßen

aussichteinsicht“

Abstract

Explorative Studie zur Motiv- und Verhaltenserkundung wetterbestimmender Personen

(oder: Frau Holle spinnt!)

Im Frühjahr 2013 klagen sehr viele Leute über das Wetter, da ein Ostern mit Neuschnee im Gegensatz zu den vorherigen Jahren die Stimmung der Leute sehr drückt. [1] Da nach Grimm & Grimm (1815) dieses Phänomen stark von der Arbeitseinstellung einer gewissen Frau Holle beeinflusst wird [2], erscheint ein Ansatz, die Motive jener Dame zu erforschen, sinnvoll zu sein. [3] Daher stellt sich an dieser Stelle die Frage, wie die intrinsische Arbeitsmotivation dieser Dame nachhaltig zu Gunsten des Sommers beeinflusst werden kann. [4] Aus diesem Grund wurden in dieser Studie ihr nacheinander zwei Probandinnen (genannt Gold- und Pechmarie) mit divergierendem Verhalten zur Seite gestellt, um die Einflussmöglichkeiten auf die Bettaufschüttelrate und –Dauer von Frau Holle zu erkunden. [5] Die Studie ergibt, dass ein behaviouristischer Ansatz (lernen am Modell von Pechmarie) keine Verhaltensänderung bewirken konnte, [6] daher werden in der nächsten Stufe direkte Interventionen (Bedrohen, Federbetten wegschließen, in Ketten legen) exploriert werden.[7]

Advertisements