Überwachungsstaat – was ist das?

Jeder, der meint, es sei ja nicht schlimm überwacht zu werden, weil wir ja in einem Rechtsstaat und einer Demokratie leben und „man“ sich ja nichts zu schulden kommen hat lassen, sollte sich aufmerksam dieses Video anschauen.

Mit Dank an Tante Jay, die auf Ihrem Blog auf dieses sehr gut gemachte Video verlinkt hat.

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Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung…

Zitat Chef: „Das war also dein praktischer Zugang zur Erforschung von ‚Schiffe versenken’…“

Wer den Schaden hat…

Was ist passiert?

Nun, ich gehe heute frohgemut aus dem Haus, krame auf dem Weg zum Auto meinen Schlüsselbund aus der Hosentasche, der Schlüssel flutscht mir durch die Finger und fällt zu Boden.

Genau auf die Strebe des Straßengullis. Glück gehabt!

Beim Runterbeugen um den Schlüssel zu greifen … macht es „flutsch“ und „klong“ – und der Schlüssel liegt im Gulli.

In einem knappen Meter Tiefe im Modder. Habe ich erwähnt, dass es heute Nacht regnete?

Wie ich so am Gulli stehe und in die Tiefe gucke, kommt die Nachbarin: „Was ist passiert?“ Nach der Erklärung stehen wir beide am Gulli. Die zweite Nachbarin gesellt sich dazu. Vereint starren wir in die Tiefe.

Komisch, warum laufen die dort drüben mit ihrem Hund plötzlich schneller? Und was glotzt der Autofahrer da so? Man wird doch mal gemeinschaftlich in den Gulli starren dürfen. Menno.

Die Gitter aus „leichtem“ Gusseisen liegen ja eigentlich nur lose auf (wenn man das lose nennen kann bei dem Gewicht), aber keine Chance, wir kriegten ihn nicht hoch.

Wen anrufen? Stadtwerke? Kanalreinigung? Hausmeister?

Ach wisst ihr was? Genau. 110.

Polizist in der Leitstelle: „Kein Problem, haben wir öfters, wir schicken jemanden vorbei…!“ 🙂

Und tatsächlich, so ne knappe Stunde später (ich saß inzwischen gemütlich in der Sonne, Chef musste eindeutig am Telefon lachen, als ich ihn anrief, dass es später wird. Menno! Ich hab’s genau gehört!) kam tatsächlich eine Streife vorbei.

Polizist: „Ach, heute mal andersrum – sonst sammeln wir die Dinger am Montag immer wieder aus dem Gebüsch und setzen sie wieder ein…

Und mit ein wenig Rucken und Ziehen (es hatten sich wohl einige Steinchen verklemmt und blockierten so den Gitterrost) hatten sie den Gulli offen.

Polizist zur Kollegin: „So, dann hänge ich dich jetzt mit dem Kopf zuerst rein und halte dich an den Füßen fest!

Polizistin: *böser Blick* „Hätt’ste wohl gerne!“ 😀

Mit einem Ast angelten sie mir den Schlüsselbund aus dem Modder und überreichten ihn mit spitzen Fingern 😀

Vielen, vielen Dank! 🙂

Na ja, und nach etwas Schrubben mit Pril und Wurzelbürste riecht der Bund wieder normal, sogar die Funkfernbedienung des Autoschlüssels geht noch…

Ich sag’s euch – so was reicht einmal auszuprobieren.

Aber zumindest ist dieser Gullideckel jetzt wieder leichtgängig. Und mein Schlüsselbund hat einen neuen riesigen Anhänger – damit passt der durch keinen Gullideckel mehr durch!

Spaß mit dem Finanzamt

Ich habe nicht nur vor einiger Zeit den Lehrstuhl gewechselt, nein kurz davor bin ich auch umgezogen. Nicht weit, aber von einem Finanzamtsbezirk in einen anderen. Fataler Fehler.

Nun hatte ich vor dem Umzug die Steuererklärung 2011 noch nicht gemacht. Also während der Weihnachtstage habe ich dies nachgeholt und – böser Fehler, wie sich herausstellte – an mein altes Finanzamt geschickt, da ich der irrigen Meinung war, es würde er Wohnsitz während des Veranlagungszeitraums zählen.

Das war Anfang Januar.

Nachdem ich bis März gar nichts vom Finanzamt gehört hatte (und die sind in der Regel sehr schnell, so nach 4 bis 8 Wochen war der Antrag in der Regel bearbeitet, vor allem, wenn man ihn außerhalb der Stoßzeiten im Frühjahr abgab), fragte ich da mal nach:

Ich: Ja, aussichteinsicht hier, Steuernummer 123-456-78901, ich wollte fragen, wie es meiner Steuererklärung geht?

FBmV (Finanzbeamter meines Vertrauens): *tippen und klicken hörbar* Ja, hm, ich sehe, wohnen Sie jetzt gar nicht mehr in unserem Bezirk? Da hätten Sie es eigentlich dort abgeben müssen, es zählt der Wohnort zum Zeitpunkt der Abgabe. Aber die Abgabe ist erfasst und kein Problem, wir melden das denen, die fordern das dann in der Regel innerhalb weniger Tage an, kein Problem. Mach ich heute noch, denn leider bin ich ab morgen in Urlaub, aber Sie können gerne meinen Kollegen nebenan anrufen, wenn Sie noch Fragen haben.

Nix gegen meinen Bearbeiter im alten Finanzamt! 🙂

Die Zeit geht ins Land. Es wurde Mai. Ich werde langsam unruhig. Also rufe ich mal im neuen Finanzamt an, wie es denn aussähe – außerdem bräuchte ich mal eine neue Steuernummer.

Ich: Ja, hallo, ich bin neu zugezogen, [Erklärung der Situation]. Und jetzt wollte ich wissen, wie es denn mit einer neuen Steuernummer für die ESt-Erklärung 2012 aussieht – und wie der Bearbeitungsstand 2011 ist.

FBmM (Finanzbeamter meines Misstrauens): Ja, schauen wir mal… *tippel klick murmel tippsel* Nein, Sie finde ich nicht im System. Leider nicht. Wir haben Ihre Unterlagen noch nicht. Das andere Finanzamt meldet uns Ihren Zuzug – und wir fordern dann bei Bedarf an, das kann aber noch etwas dauern.

Ich: Und wie sieht es mit einer Steuernummer aus?

FBmM: Ja, das geht schnell. So, 6 bis 8 Wochen. Kriegen Sie denn was raus?

Ich: Ja, laut der Elster rund 2.000 Euro.

FBmM: Oh, ich seh gerade, das mit der Steuernummer könnte schon mindestens drei Monate dauern. Vorher können wir es auch nicht abrufen vom anderen Finanzamt!

WTF??? Ruhig bleiben, gaaaanz ruhig…

Also das andere Finanzamt nochmal anrufen. Mist, der FBmV ist nicht da. Aber sein Kollege.

KvFBmV: Ja, die brauchen öfters mal so lange, je nachdem, an wen Sie geraten. Wir haben das im … Moment … *tippsel* ja, Mitte März an die gemeldet, die haben Ihre Unterlagen aber nicht abgerufen. Warten Sie, das machen wir anders… *klicke di klick* So, die kriegen jetzt Ihre Unterlagen direkt, da warten wir nicht auf die Anforderung!

Es wird Juli. Nix. Inzwischen Routine, ich kenn die Durchwahlen.

FBmV: Hallo, na wie geht es mit Ihrer Steuererklärung?

Ich: Also, Ende Mai hatten die noch nix, noch nicht mal ne neue Steuernummer!

FBmV: Ähm.. Moment… Wir haben denen nach dem letzten Gespräch mit meinem Kollegen alles abgegeben – und wir haben hier auch die neue vorläufige Steuernummer. Die gibt es seit… *tippsel* … ja, so vier Wochen. Wollen Sie sie haben? Also: 900-800-77777. Ich seh hier bei uns gar nichts mehr, die haben also alles übernommen.

Ich: OK, danke schön, dann weiß ich Bescheid.

Anderes Finanzamt.

Ich: Ja, guten Tag, mein Name ist aussichteinsicht, ich wollte nach meiner Steuererklärung fragen!

FBmM: Steuernummer?

Ich: 900-800-77777

FBmM: Oh, das ist unsere interne vorläufige, woher haben Sie die denn? Die offzielle Zuteilung dieser Nummer dauert noch ein bißchen.

Ich: ???? Aber die ist die endgültige, und ich kann sie verwenden?

FBmM: Äh… ja. Aber offiziell wissen Sie die noch nicht.

WTF?

Ich: Egal. Aber wie geht es meiner 2011er Steuererklärung?

FBmM: Die ist ja erst vor vier Wochen erfasst – also das dauert mindestens ein halbes Jahr im Moment! Bei Nachzahlung geht es etwas schneller, aber bei Rückzahlungen… Wie gesagt, wenn Sie in so 6 Monaten noch nichts gehört haben, können Sie noch mal nachfragen.

Ich: *sprachlos* Danke. *klick*

Also  – WIE BITTE????????????????????????????????????

Ich will mein Geld wieder! *weint leise*

Wenn ihr jetzt erst mal nix von mir hört – ich muss mich ganz, ganz schnell an die aktuelle Steuererklärung machen – in der Hoffnung, vielleicht bis Mitte nächsten Jahres mein Geld wieder zu kriegen.

Wehe, ich wäre so langsam mit dem Steuern bezahlen, da wäre das Finanzamt aber ganz fix. Aber sobald sie was erstatten sollen… *grummelt vor sich hin*