Update: Sekretärin, Studienpläne …

Ich habe ja immer mal wieder von unserem Amtsschimmel berichtet.

Nicht, dass er inzwischen notgeschlachtet worden wäre – nein, nein. Im Gegenteil – er hat gefohlt. Und irgendwie haben wir den Passierschein A38 auch immer noch nicht. Dafür einige Beulen auf den Schreibtischen. Passend zur jeweiligen Schädelform.

Egal.

Was machen denn unsere Studienpläne?

Tja, denen geht es gut. Soll heißen – die sind IMMER NOCH NICHT DURCH. Irgendwer findet immer wieder ein Haar in der Suppe.

Letztes Haarbüschel: Die verpflichtende Veranstaltung B im dritten Semester heißt jetzt anders, der anbietende Lehrstuhl hat sie umbenannt.

Uni-Justiziar:Die können Sie daher nicht so einfach mehr übernehmen – der Name muss geändert werden…
Aber – Moment! Die Veranstaltung hieß zuvor ‚Grundlagen von Lesen und Verstehen‘ und jetzt ‚Basics of understanding und reading‘, Vorlesungs- und Prüfungssprache deutsch, Begleitmaterial teilweise in Englisch…? Also nein, DIESE Veranstaltung DÜRFEN Sie nicht übernehmen – Sie haben einen DEUTSCHEN Studiengang, da geht das gar nicht!“

Und nein, kein Witz *seufz*

Dummerweise gibt es keine gleichartige Veranstaltung bei uns. Unnu? Wir haben noch keine Lösung.

Ach ja, und Veranstaltungen von anderen als den bisherigen Lehrstühlen (weil – da kamen neue Professoren ans Department, die neue Inhalte anbieten, die bisher noch nicht bei uns eingeführt sind, nicht mal im Wahlpflichtbereich) geht auch nicht – ist politisch nicht gewollt… Pfründe und so… *grml*
Das macht gerade das von uns geplante Wahlangebot für den Master etwas dünner. So um ca. 75%. Wobei der Master eh eine Katastrophe wird. Aber Augen zu und durch, anders geht es nicht.

Übrigens ist nächste Woche die letzte Fakultätssitzung, die noch rechtzeitig stattfindet, damit diese Pläne noch für das nächste Wintersemester verabschiedet werden können. Ich bin mir daher noch nicht sicher, ob wir dann dafür tatsächlich neue Studienpläne haben werden oder immer noch die alten (wobei – für den Master haben wir noch gar keinen) …

Und was wurde aus dem Sekretariat?

Tja, nachdem es einigen Ärger gab (mehr mit dem anderen Lehrstuhl als mit uns), wurde sie zwar nicht nach der Probezeit gekündigt (das hat der Personalrat nicht zugelassen – wohl aber die Gleichstellungsbeauftragte, interessanterweise), aber sie sollte intern versetzt werden. Was auch inzwischen geschehen ist.

Tja, und jetzt ploppen so langsam die Leichen hoch, die beim anderen Lehrstuhl schon früher in Erscheinung traten – unbezahlte Rechnungen, nicht weitergegebene Dokumente (in beide Richtungen), unauffindbare Dokumente und und und… 😦

Chef ist mal wieder nicht amused. 

Vor allem – jetzt geht der Ausschreibungswahnsinn wieder los. Mal gucken, was da noch kommt, was uns das Leben versüßen wird… So ein paar Ahnungen habe ich schon…

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Fillosoffisches – Heimat

Ich war zu Ostern bei meiner Familie und zuvor bei einer Freundin. Und habe mir von beiden erst einmal einen Rüffel eingefangen, weil ich irgendwann mal sagte „… und dann fahre ich heim …“ bzw. “ … bei mir zu Hause …“ Meine Heimat sei doch eigentlich dort, wo ich geboren sei und wo meine Familie heute noch wohne. Zumindest in dieser Region sei ich doch verwurzelt. Stimmt irgendwie. Irgendwie aber auch nicht. Nicht mehr?

Zur Erklärung – ich bin mit 18 Jahren aus meinem Elternhaus ausgezogen um zu studieren – ca. 120 km entfernt. Danach wohnte ich immer rund 100 bis 150 km entfernt von der Familie – nah genug, um an einem Sonntag eine Stippvisite zu machen, und fern genug, um nicht Erwartungen an tägliche Kurzbesuche zu schüren. Mit der Stelle an der Uni bin ich ans andere Ende der Republik gezogen – es trennen uns nun rund 500 km. Dieser Umzug war ein neues Abenteuer. Das ich begeistert angenommen habe.

Aber in letzter Zeit muss ich sagen, dieser Gedanken an „Heimat“ und „zu Hause“ beschäftigt mich.

Ich war am Wochenende auf der Durchreise noch in der Stadt, in und um die ich 10 Jahre (vor meinem aktuellen Abenteuer) lebte – und sie war mir das erste Mal fremd. Die Menschen, die Umgebung. Das erste Mal, dass ich ein „Touristengefühl“ hatte. Selbst im alten Stammcafé kannte ich gerade noch den Chef. Seltsam. Dabei bin ich noch gar nicht so lange weg. Auch die Leute kamen mir fremd vor. Gruslig.

Andererseits hatte ich bei der Rückfahrt zu meinem aktuellen Wohnort tatsächlich das „Heim fahren“-Gefühl. So gesehen nach einer recht kurzen Zeit.

Was ich mich in letzter Zeit vermehrt frage, wie es sich wohl anfühlt, dort zu leben und zu arbeiten, wo man aufgewachsen ist. Wo man alles kennt oder zumindest die Entwicklung beobachten konnte über viele Jahre. Wo man noch frühere Schulfreunde treffen kann. Wo alles vertraut ist. Wo Freundschaften und Familie auch mit räumlicher Nähe verbunden sind – im guten wie im schlechten.

Für mich fühlt sich sowohl meine Heimatstadt inzwischen an vielen Stellen fremd an – als auch eben jene Stadt, in der ich so lange lebte. Die aktuelle Umgebung ist noch nicht ganz vertraut, ich brauche oft noch Navi und muss nach vielen Sachen immer noch fragen (Fachgeschäft X? Facharzt Y? Handwerker Z? Wen am besten? Wo?), dennoch ist mir mein Leben hier im Moment näher als alles andere. Ist das nur eine zeitliche Sache, also eine Sache des zeitlichen Abstands? Habe ich mich so schnell weg vom anderen Ende entwickelt? Wie wäre es, jetzt wieder zurück zu gehen? (davon abgesehen, dass zumindest in meinem Geburtsort keine Arbeitsstellen für mich gäbe) Würde ich mich genauso schnell wieder eingewöhnen? Oder bliebe dieses „Fremdsein-Gefühl“?

Bin ich nur „wurzellose Vagabundin“? Oder anpassungsfähig? Oder merke ich nur nicht, dass was fehlt, weil ich es nicht kenne? Wie fühlt sich das an?

Ja, etwas wirr das Ganze – aber das dreht sich schon länger latent in meinem Kopf – zu Ostern nahmen diese Gedanken Fahrt auf. Aber so was von. Und werden mich wohl auch noch etwas beschäftigen.

 

 

Geschafft! Wenn man selbst Konferenzen hält…

Ihr erinnert euch noch an das Desaster der Konferenzplanung, wie man es nie machen sollte? Nuuuun – vor kurzem waren wir dran. Eine Konferenz mit mehreren Hundert Beteiligten, zusammen mit der Parallelkonferenz (die ich alleine organisiert hatte, war aber übersichtlich und einfach) waren es drei Tage Veranstaltung – Abendbetüttelung inklusive (was zugegeben der mit der schönste, aber anstrengendste Teil war – für mehrere Tage mit zu wenig Schlaf bin ich einfach zu alt…).

Das Dumme an der Sache war aber das, dass ich im Vorfeld klar definierte Aufgaben übernommen hatte (wir waren das lokale Organisationsteam, es gab auch noch ein übergeordnetes, zentrales, das die Anmeldungen, Vorträge etc. organisierte) und mich um den Rest – wie soll ich sagen – nur sehr am Rande interessierte. Vor allem hatte ich keinen globalen Überblick über alles. Fataler Fehler. Sehr fataler.

Denn – wie sollte es anders sein – als die heiße Phase (besser gesagt, die konkrete Detailplanung) begann, fiel erst die Sekretärin aus (die ja die neben den ganzen Listen, Namensschildern usw. auch die Abstimmung mit den Handwerkern und Hausmeistern machen sollte) – und danach Chef, der als einziger eine gewisse Übersicht über alles hatte. Und wenn Chef länger ausfällt, dann gleich richtig. Sprich – er war mehrere Wochen krank, nur sehr eingeschränkt für Fragen zur Verfügung und zur Veranstaltung selbst quälte er sich mal aus dem Bett, aber gesund ist anders. Dass mein Kollege auch ein paar Tage kränkelte und sogar ‘ne gute Woche zu Hause war, fällt schon gar nicht mehr ins Gewicht.

Tja, da stand ich nun. Ich hatte nun noch drei Wochen Zeit. Und die Zeit tickte verdammt schnell.

Punkt 1: Herausfinden, was alles schon erledigt ist – und was nicht.
Letztere Liste war wesentlich länger. Und es tauchten plötzlich Sachen auf, an die ich im Leben nie gedacht hätte… Und an die auch bisher niemand dachte. Und um die sich daher auch noch niemand gekümmert hatte. Suuuuper.

Punkt 2: Herausfinden, wer für was an der Uni und verbundenen Stellen verantwortlich ist.
Danach versuchen mit den Verantwortlichen zu sprechen. Leider ist die vorlesungsfreie Zeit auch die, zu der die meisten Leute (auch in der Verwaltung und den Werkstätten) Urlaub machen. Also Bitten um Rückruf, Mails mit Bitte um Auskunft, … alles im Dutzend billiger.

Einschub: Verdammt, warum ist heute eine mündliche Prüfung, zu der Chef dabei sein muss…
Ok, verschieben… Waren noch mehr Termine? Genau. Immer wieder Phasen zum Strukturieren des alltäglichen Chaos finden: Termine absagen und verlegen, Prüfungen durchführen, Studis betreuen…

Punkt 3: Irgendwie Überblick über das Chaos behalten.
Meine To-Do-Liste bekam für jeden gestrichenen Punkt drei neue. Man spricht mit Handwerker A, der meinte dann „haben Sie dann wegen Vorarbeit Y schon mit dem Hausmeister X gesprochen?“ Ok, damit ist zwar Handwerker A schon mal integriert, aber die Vorarbeit Y abzusprechen – nun, das waren dann schon wieder neue Punkte auf der Liste. Nicht zu vergessen, dass A ja auch informiert werden musste, dass alles klar geht. Und ähnliches mit Handwerker B und C, und Hausmeister X hat Urlaub, zum Veranstaltungstermin hat W Dienst, der ist erst am Montag wieder da, der wieder will sich noch mit mir treffen um alles vor Ort anzuschauen, am besten mit A zusammen… Ähm… Ja.

Punkt 4: Keep calm.

Punkt 5: Kollegen und Chef notfalls auch krank einspannen und ausquetschen – nicht dass noch Infos verloren gehen. Trotz meiner Listen. Sind ja meine. Und die im Kopf der anderen kenne ich nicht.

Punkt 6: Zentrales Orgateam (zOT) nicht ermorden. Warum sollte ich das wollen? Nuuuun…

t – 5 Tage: zOT: „Haben wir ja ganz vergessen – die Dozenten und Workshop-Leiter bekommen von uns immer freies Essen, das bezahlen wir auch. Nur müsst ihr das organisieren mit eurem Studentenwerk.“ Super. Na ja, zumindest weiß ich jetzt, wer im Studentenwerk wo sitzt, welche Arbeitszeit und welche Aufgaben diejenigen haben. Fragt nicht, wie oft ich dort war, bis alles geregelt war – weil, an dieser Stelle kam raus, dass auch andere Sachen noch nicht genau abgesprochen waren hinsichtlich des Caterings… Gut, dass es noch auffiel.

t – 4 Tage: „Liebes zOT, habt ihr endlich Teilnehmerlisten für uns – wegen Namensschildern und so.“ zOT: „Ja, im Anhang, aber da ändert sich noch einiges. Aber zum Testen der Seriendokumente könnt ihr sie schon nehmen.“ Na gut… Bereiten wir alles vor. Zumindest behauptet Sekretussi, dass sie es täte. Na ja, schau’n wir mal, sie hat ja noch Zeit…

t – 3 Tage: Die vor einer Woche bestellten Namensschilder zum Bedrucken haben den Großhändler verlassen. Hm… das könnte knapp werden.

t – 2 Tage: zOT: „Wir haben vergessen – wir bräuchten ja noch Programmflyer für die Veranstaltung. Für jeden Teilnehmer einen. Könnt ihr die bitte drucken lassen?“ Ja, mit betteln und lieb gucken hat mir die Druckerei das Ganze noch gemacht – aber nur gegen Selbstabholung am anderen Campus. Ok, jetzt kenn ich den auch gut, da komm ich sonst ja kaum hin.

t – 1 Tag: Die Namensschilder sind nicht da. Gut, dass ein großer Büroartikelhändler in der Nachbarstadt genau die passenden vorrätig hat. Leider zum doppelten Preis. Egal, um 8 bei der Ladenöffnung stand ich dort und holte welche. Auf dem Weg ins Büro erhielt ich die ersten Mails, SMS und Anrufe, wie ich nur ausgerechnet heute zu spät kommen könne und wo ich denn wohl bliebe…
*grrr* Siehe Punkt 4 – siehe Punkt 4 – siehe Punkt 4 ….
Nachdem wir ja inzwischen nochmals Listen bekommen hatten (die vierten oder fünften, ohne Änderungsverfolgung natürlich), haben wir alles gedruckt: Teilnahmebestätigungen (auch ein Seriendruckdrama! Nachdem es die fast genesene Sekretöse auch nach Stunden nicht geschafft hatte, habe ich es dann gemacht – ging schneller. Und Excel ist eh Teufelszeugs. Habe ich erwähnt, dass die Listen alle in Excel waren aber nicht alle Spalten so für den Seriendruck tauglich waren?), Namensschilder für Vortragende und Teilnehmer (Seriendruckdrama, Teil 2), Teilnehmerlisten für die Anmeldung, Listen für die Workshop-Leiter, Lagepläne, ….
Wir holen uns noch Studis, um alles in Päckchen für die Teilnehmer und Vortragenden zu bündeln und sind am Freitagabend vor der Konferenz fertig. Fix und fertig. Wir UND die Arbeit.
Schönes Wochenende.
Denkste. Samstagabend nach 23 Uhr kam eine Mail (die ich aber erst sonntags sah) mit den aktualisierten(!) Teilnehmerlisten und dass wir die doch noch beachten sollen, es hätten sich noch Teilnehmer an-, um- und abgemeldet. Nö. Ist es unverschämt, genau das auch dem zOT zu schreiben? Ich meine: NEIN!

Punkt 7: Schätze Fortbildungen.
Gerade in der letzten Woche vor der Konferenz hatte ich auch noch zwei Nachmittage Fortbildung (ja, ich weiß, tolles Timing – aber wer rechnet denn mit dem Schlimmsten?). Am ersten Nachmittag hatte ich Smartphone an und bekam alle Dutzend Mails mit – um sie nach Möglichkeit auch gleich zu beantworten. Doooofe Idee. Am zweiten Tag habe ich mich einfach ausklinkt. Telefon und Schleppi aus. Abends hatte ich dann zwar mehr als 30 Mails rumliegen, die alle mehr als dringend schienen – aber die Fortbildung war mein positiver Ruhepol in der Woche. Kaum zu glauben.

Punkt 8: Mache dir genaue Listen für die Veranstaltung selbst.
Und das hat mich dann gerettet. Montags um 6 ging es ja los – Aufbauen überwachen, Leute einteilen, Sachen abholen (Schlüssel und Mikros für die Soundanlage im großen Hörsaal zum Beispiel). Und einen genauen Plan zu haben, wer was wann tun muss, was wohin soll und nicht zuletzt – wen ich anrufen kann, wenn was nicht klappt – das war echt Gold wert!

Übrigens – habe ich erwähnt, dass genau eine Sache erst auf dem letzten Drücker fertig war? Nein? Und wisst ihr, was das war? Genau – eben DAS, was meine originäre Aufgabe zur Veranstaltung war und was ich dauernd wegen dringenderen Sachen vor mich herschob… Grrr….

Aber – dank guter Planung (*g*) hat alles toll geklappt, ich glaube auch, dass alle zufrieden waren und die paar Kleinigkeiten, die passierten (Dozent X kommt nicht ins WLAN, Teilnehmer Cs Name ist falsch geschrieben…) nicht wirklich schlimm waren.

Und ich bin mir auch sicher, die Gruben und Fettnäpfchen, die unsere Kollegen der anderen Fakultät alle zielsicher getroffen haben, im Wesentlichen vermieden habe. Ist doch auch was.

Dennoch kann ich auf SO ETWAS wie diese Wochen gut verzichten… Alleine und das erste Mal im Leben so was auf die Beine stellen… Na ja, in jedem Fall einiges gelernt. Und wenn es auch nur das ist, dass ich unter Druck immer noch alles Mögliche hinkriege.

Ach ja – und die Handwerker, das Studentenwerk, die Hausmeister und was ich sonst noch so alles in letzter Minute eingespannt habe, die haben mich weder mit Forken und Fackeln aus der Uni getrieben noch legen sie kommentarlos auf, wenn ich sie anrufe – so gesehen … Alles gut. Wieder. 🙂

 PS. Am Donnerstag habe ich dann mehrere Voicemails vorgefunden vom Großhändler bezüglich der bestellten Namensschilder: Der Paketdienst hätte mich wohl am Montag nicht angetroffen, wohin sie denn liefern sollten…? *g*