Medienkopfstand

Medienkompetenz muss gefördert werden? Gerne – aber nicht nur an Schulen! 😀

Warum? Nun …

Vereinsversammlung in einer Wirtschaft am Rande der bekannten Welt.
Geliehener Beamer, eigener Laptop, Projektion auf eine klassische Dialeinwand am Ständer.

Einschalten, Beamer läuft … und das Bild steht Kopf. Was vorab und für viele Minuten niemandem auffällt. Kurz vor Beginn der Versammlung – hektische Fehlersuche beginnt.

Abhilfe 1: Beamer auf den Rücken legen. Bild passt jetzt. Dummerweise hat er jetzt keine Beine mehr, jemand müsste den 3 Stunden halten. Nicht gut.

Abhilfe 2 – ein Vorschlag aus Reihen der Amtsträger: „Dreht doch einfach die Leinwand um!

Ich hoffe ja immer noch, dass das Nicken einiger ein „Ja, der Schorsch macht immer so gute Witze“ bedeutet hat … und DASS es vor allem ein Witz von Schorsch war… :/

Ach ja … irgendwie fanden sie das Menü, um das Bild wieder richtig zu rücken nach einigen Minuten und mehreren Tipps aus der Versammlung… 😀

Es konnte losgehen… 🙂

Nochmal Excel … und es wird nicht besser …

Ja, es geht noch schlimmer als das, was ich damals im Seminar erlebte. Ungefähr zu jener Zeit arbeitete ich in einem Industriebetrieb im Bereich Controlling in der Datenauswertung. Ich brauchte das Geld, ihr wisst schon.

OK. Daten. Statistiken. Erstellen. Ich.

Der Betrieb war fortschrittlich – denn als ich ziemlich am Anfang nach diversen Zahlen fragte, wurden mir stolz Ausdrucke von Excel-Listen mit hunderten von Datensätzen präsentiert.

Hut ab, diese Sachbearbeiter haben’s drauf! Sah richtig professionell aus! (Ja, ja, ich war jung, dumm und naiv…)

„Da war ich aber auch Tage drüber! Excel ist so aufwendig! Mein Tischrechner ist mir lieber! Und mit Word sieht es viel toller aus. Aber wenn Sie es so wollen…“

Mein erster Fehler. Diese Aussagen hätten die Alarmglocken zum ersten zaghaften Bimmeln bringen müssen. Aber nee. Bin ja virtuell blond und blauäugig.

„Super, kann ich die Datei dazu haben?“

Klar doch, innerhalb weniger Stunden hatte ich sie (Dass das Speichern auf dem allgemeinen Netzlaufwerk so lange dauerte, hätte mich schon wieder warnen sollen…).

Frohgemut machte ich die erste Datei auf. Fügte an der gewünschten Stelle die  entsprechende Formel zum Auswerten ein.
Nanu? Ergebnis 0? Formel und Bezüge sind richtig? Ja. Hm. Ich grübelte.

Nein – nicht schon wieder Zahlen als Text! Nachgeprüft – nö. Denn so einfach machten es mir meine werten Kollegen doch nicht. Soll sich die Neue doch etwas anstrengen…

Nach einigem Klicken fand ich es heraus:

Man schreibe in die Spalte A erst den beschreibenden Text und mache dann so viele Leerzeichen, dass der zugehörige Betrag scheinbar rechtsbündig in Spalte D steht…
Und das bei fast 1000 Datensätzen!!

Jetzt weiß ich, warum die Sachbearbeiter so lange dazu brauchten und Excel so kompliziert fanden…

Ach ja: Auf meine Rüge, dass ich so nicht arbeiten könne, schloss ich mich ob der erhaltenen Antwort mit einer Packung Rachengold im schalldichten Keller ein:
„Wieso? Ihr Vorgänger hat uns das so gezeigt! Und der war Excel-Spezialist. Kennen Sie sich überhaupt damit aus?“

KOPF –> TISCH