Administration für die Tonne

Huch, da gammelt ja noch ein unveröffentlichter Leidensbericht herum. Ist zwar schon ein Jahr her … aber tut mir immer noch weh… und geteilter Schmerz ist ja bekanntlich halber …


Für unser Institut gibt es eine eigene Administrateuse, die sich um alle Rechner und Server kümmert.
Eine Fachfrau also.
Oder so was ähnliches.
In jedem Fall kriegt sie Geld dafür, Rechner zu zählen… äh … drauf aufzupassen … äh … zu administrieren…
Ist aber Schmerzensgeld. Für uns.

Administrateuse, Auftritt die erste.

„Also, Frau Administrateuse, wir haben in unserem Seminarraum  ja Bodentanks mit Netzwerkdosen. Es fehlen da vorne aber noch die gemanagten Switche. Die liegen auf dem Schrank, sind aber weder eingerichtet noch verkabelt. Können Sie das bitte machen?“

„Können Sie mir sagen, wie das geht? Warum haben Sie denn nicht die einfachen von Conrad genommen, die gibt es doch schon für weniger als 50 Euro, die stellen Sie einfach rein – die nehmen wir auch immer…“

„Ähm… erstens – wir haben hier verschiedene Subnetze, eines für die Studis, eines vom Lehrstuhl, das WLAN ist auch separat. Außerdem haben wir hier noch einen Server stehen, der auch noch ein eigenes Netz hat. Und da wollen Sie mit den Einfachteilen arbeiten? So … für jedes Netz einen, oder wie?“

„Machen wir drüben im Serverraum auch… außerdem habe ich so etwas noch nie eingerichtet…“

*sprachlos*

Na ja, unterm Strich … wurde es … dauerte fast ein viertel Jahr (sie musste es ja erst herausfinden, wie so was geht – ich kenne zwar privat Leute, die so was können, aber wenn wir schon eine Administrateuse für so etwas haben… soll sie auch was mal neu lernen) und die Leitungsführung im Schrank ist … eigenwillig (Chef: „Soll das ein Strickmuster sein?„), aber … läuft.

Administrateuse, Auftritt die zweite.

Wenig später.

„So, Frau Administrateuse, ich habe jetzt hier einen der Laptops, die wir für die Seminare verwenden wollen, fertig gemacht, so wie wir sie wollen. Die brauchen Sie eigentlich nur noch klonen.“

„Ähm, klonen?“ *hilfloser Blick* „Warum haben Sie denn nicht alles eingerichtet – geht doch schneller als klonen! Außerdem – da muss ich ja jeden Rechner einzeln machen … so, Seriennummern, IP und so…“

*entsetzter Blick meinerseits*

„Hm, sind einfache Windows-Rechner. Schon mal was von Sysprep gehört?“

„Ähm, gehört ja … aber …“ (und nein, dieser Lehrstuhl verwendet sonst kein Linux oder so – also keine Entschuldigung)

Unterm Strich … sie hat wohl Rechner für Rechner mehr oder weniger händisch geklont (externe Tools? Sind nur was für Weicheier. Oder Fachleute.), alle Einstellungen händisch nachgepflegt … und schon ein viertel Jahr später waren die Rechner fertig …

… und sich bzw. mir auf den meisten Rechner die Yahoo- und Ask-Toolbar eingefangen *grummel*

Ich habe außerdem den Eindruck, die Links zu Fortbildungen für Admins hat sie mir übel genommen…


Was macht ein Admin schnell wieder beruflich?

 

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Wenn die Prüfungsordnung (noch) keine ist

Letzten Sommer hatten wir in mühevoller Arbeit zusammen mit unserer Fakultäts-Justiziarin from Chaos neue Prüfungsordnungen für unsere Studiengänge erarbeitet. Diese gingen ihren Weg durch Fakultätsrat etc., so dass sie „durch“ waren, und nur noch nicht offiziell veröffentlicht waren. Diese Weiterleitung zum Veröffentlichen obliegt unserer Justiziarin.

Dieser letzte Schritt des Veröffentlichens – und damit auch Inkraft-Setzens – fällt dann daher nicht mehr in unseren Einflussbereich.

Zeitsprung.

Heute klingelt das Telefon bei Chef.

Mitarbeiterin im Rektorat, die für offizielle Bekanntmachungen zuständig ist. Sie fragte, wie wir denn auf unseren Webseiten nicht veröffentlichte und nicht genehmigte Prüfungsordnungen präsentieren könnten…? Und warum sie diese nicht habe…?

Ich sehe gerade unsere Chaos-Justiziarin – begraben von einem Haufen Papier – röchelnd in ihrem Papierchaos nach den bei ihr verschütt gegangenen Prüfungsordnungen wühlen…

Wenn diese Dame (ohne ihr Böswilligkeit unterstellen zu wollen – denn das ist sie nicht. Nur grenzenlos unstrukturiert und chaotisch) das Zeugs nicht findet – muss das nochmals genehmigt werden (Originalunterschriften und so). Dann geht der Terz nochmal los. Und … wir haben jetzt schon nach der neuen Prüfungsordnung gearbeitet … Hoffentlich findet sie die Unterlagen – sonst könnten auch Studis auf dumme Gedanken kommen… 😦

WWWWAAAHHHH! Einmal nur mit Profis…

Nochmal Excel … und es wird nicht besser …

Ja, es geht noch schlimmer als das, was ich damals im Seminar erlebte. Ungefähr zu jener Zeit arbeitete ich in einem Industriebetrieb im Bereich Controlling in der Datenauswertung. Ich brauchte das Geld, ihr wisst schon.

OK. Daten. Statistiken. Erstellen. Ich.

Der Betrieb war fortschrittlich – denn als ich ziemlich am Anfang nach diversen Zahlen fragte, wurden mir stolz Ausdrucke von Excel-Listen mit hunderten von Datensätzen präsentiert.

Hut ab, diese Sachbearbeiter haben’s drauf! Sah richtig professionell aus! (Ja, ja, ich war jung, dumm und naiv…)

„Da war ich aber auch Tage drüber! Excel ist so aufwendig! Mein Tischrechner ist mir lieber! Und mit Word sieht es viel toller aus. Aber wenn Sie es so wollen…“

Mein erster Fehler. Diese Aussagen hätten die Alarmglocken zum ersten zaghaften Bimmeln bringen müssen. Aber nee. Bin ja virtuell blond und blauäugig.

„Super, kann ich die Datei dazu haben?“

Klar doch, innerhalb weniger Stunden hatte ich sie (Dass das Speichern auf dem allgemeinen Netzlaufwerk so lange dauerte, hätte mich schon wieder warnen sollen…).

Frohgemut machte ich die erste Datei auf. Fügte an der gewünschten Stelle die  entsprechende Formel zum Auswerten ein.
Nanu? Ergebnis 0? Formel und Bezüge sind richtig? Ja. Hm. Ich grübelte.

Nein – nicht schon wieder Zahlen als Text! Nachgeprüft – nö. Denn so einfach machten es mir meine werten Kollegen doch nicht. Soll sich die Neue doch etwas anstrengen…

Nach einigem Klicken fand ich es heraus:

Man schreibe in die Spalte A erst den beschreibenden Text und mache dann so viele Leerzeichen, dass der zugehörige Betrag scheinbar rechtsbündig in Spalte D steht…
Und das bei fast 1000 Datensätzen!!

Jetzt weiß ich, warum die Sachbearbeiter so lange dazu brauchten und Excel so kompliziert fanden…

Ach ja: Auf meine Rüge, dass ich so nicht arbeiten könne, schloss ich mich ob der erhaltenen Antwort mit einer Packung Rachengold im schalldichten Keller ein:
„Wieso? Ihr Vorgänger hat uns das so gezeigt! Und der war Excel-Spezialist. Kennen Sie sich überhaupt damit aus?“

KOPF –> TISCH