Geschichten, die das Leben schreibt – die zweite

Auch diese Geschichte ist wahr – in diesem Fall verpfändet der Erzähler seine Sportgeräte, die Freundin und seine Treffsicherheit für die Wahrheit der Geschichte…

Ein junger Mann steht kurz vor dem 30. Geburtstag, den er auch groß feiern will. Beziehungsweise – man will hineinfeiern.

Und da der Freundeskreis groß ist und die Zahl so schön rund, erfüllen die Freunde ihm den Wunsch und legen gemeinsam mit der Familie zusammen und schenken ihm die ersehnte Skiausrüstung. Komplett vom Ski bis zum Handschuh.

Endlich ist die Party da – und gegen Mitternacht packt das Jetzt-Geburtstagskind dann alles aus und entscheidet, dass man das jetzt unbedingt auch mal anprobieren muss.

Unnötig zu erwähnen, dass schon einiges an Alkohol geflossen war, oder?

Ein Stockwerk tiefer sitzt in der Nachbarwohnung Omma Hilde. Also – sie ist schon Omma, aber nicht vom Geburtstagskind. Wohl aber hört sie trotz Schwerhörigkeit die Party  – und plötzlich auch ein Getöse im Treppenhaus.

Da wird doch wohl nix passiert sein? Oder einer einbrechen wollen? Omma Hilde krabbelt aus ihrem Fernsehsessel und guckt nach dem Rechten.

Kaum aus der Wohnung blickt sie die Treppe hoch – und erstarrt. Ein Alien oder sonst irgendwas unförmiges mit Helm und Schutzbrille steht dort oben! Moment – ein Skifahrer? Auf ihrer Treppe? Im Hochsommer? Sie stößt einen Schrei des Entsetzens aus! Oh mein Gott! Die werden sie holen! Oder umbringen! Oder…

Damit haben nun die Feiernden, die gerade das Geburtstagkind ein Stockwerk höher in voller Montur in Position gestellt hatten, nun wirklich nicht gerechnet! Und es kommt, wie es kommen muss – nicht mehr ganz standfest durch diverse Schnäpse und Biere kommt unser durch den Schrei erschrecktes Geburtstagskind ins Rutschen – und mäht eine Etage tiefer Omma Hilde mit einem eiskalten Bodycheck nieder.

Das Chaos ist perfekt. Nachdem alle Knochen sortiert waren, riefen die Freunde den Notarzt, da Omma doch recht hart zu Boden ging und entsprechend Schmerzen hatte. Das Geburtstagkind hatte inzwischen seinen Spitzensalat eingesammelt und sich kleinlaut wieder in die Wohnung verdrückt.

Am nächsten Tag, als die schlimmsten Katzen vertrieben waren, besann man sich und beschloss, gemeinschaftlich Omma Hilde im Krankenhaus zu besuchen – das schlechte Gewissen war schon recht intensiv:

„Omma Hilde? Haben wir hier nicht mehr.“

„Oh mein Gott, sie ist doch nicht etwas an den Verletzungen gestorben?“

„Moment, ich gucke nach. äh… nein… Moment … sie wurde verlegt, ich frage mal nach…“

Tja – Ende der Geschichte: Nach dem ersten Schock und nachdem klar war, dass sie sich „nur“ die Hüfte geprellt hatte, wurde sie gefragt, wie das denn passiert sei:

„Nun, ich wurde im Treppenhaus von einem Skifahrer überfahren…“

„Äh, wie bitte…?“

„Ja, ich stand da im Flur, plötzlich kam ein Skifahrer in voller Montur und fuhr mich über den Haufen!“

„Ah ja, Omma Hilde, kommen Sie doch mal mit, wir hätten da ein schönes bequemes Zimmer im anderen Bau, da kann sie niemand mehr umfahren, da ist alles gepolstert… „

Ernsthaft – die Ärmste wurde nicht nur vom Nachbarn umgenietet, sondern danach auch noch wegen Wahns in die Psychiatrie zur Beobachtung eingewiesen – aber im Gegensatz zu anderen unschuldig eingekastelten durfte sie nach der umfassenden und reuevollen Aussage der Partygäste wieder nach Hause…

Wie sich das nachbarschaftliche Verhältnis aktuell darstellt – darüber wurde mir nichts berichtet… 😀

Morgenroutine

Warum sollte man als bekennender Morgenmuffel nie, aber auch wirklich nie seine Routine durchbrechen?

  • Man wäscht seine Haare mit Duschgel (heute passiert, nicht weiter schlimm)
  • Man duscht mit Shampoo (spart zumindest Parfüm, mein Shampoo ist wesentlich stärker parfümiert als das Duschgel – zumindest, sobald es auf der Haut ist)
  • Man putzt seine Zähne zweifach (ja, das passiert, wenn man die Reihenfolge Zähneputzen – Duschen spontan vertauscht…)
  • oder spült die Zähne anstatt mit Wasser mit dem mit ins Bad geschleppten Kaffee (gut, wenn man nicht noch Mundwasser in den Kaffee kippt – kann ich mir sehr lecker vorstellen)
Aber das doofste ist mir heute vor Ärger über die Duschgel-Panne passiert:
  • Zähneputzen mit der Gesichtscreme… *igitt* *bäh* Man, schmeckt das Zeug eklig!

Zumindest habe ich mir erspart, mir anschließend die Zahnpasta ins Gesicht zu schmieren. *Augenverdrehend*
Manche Wochen sollte man einfach ersatzlos streichen… *seufz*

Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung…

Zitat Chef: „Das war also dein praktischer Zugang zur Erforschung von ‚Schiffe versenken’…“

Wer den Schaden hat…

Was ist passiert?

Nun, ich gehe heute frohgemut aus dem Haus, krame auf dem Weg zum Auto meinen Schlüsselbund aus der Hosentasche, der Schlüssel flutscht mir durch die Finger und fällt zu Boden.

Genau auf die Strebe des Straßengullis. Glück gehabt!

Beim Runterbeugen um den Schlüssel zu greifen … macht es „flutsch“ und „klong“ – und der Schlüssel liegt im Gulli.

In einem knappen Meter Tiefe im Modder. Habe ich erwähnt, dass es heute Nacht regnete?

Wie ich so am Gulli stehe und in die Tiefe gucke, kommt die Nachbarin: „Was ist passiert?“ Nach der Erklärung stehen wir beide am Gulli. Die zweite Nachbarin gesellt sich dazu. Vereint starren wir in die Tiefe.

Komisch, warum laufen die dort drüben mit ihrem Hund plötzlich schneller? Und was glotzt der Autofahrer da so? Man wird doch mal gemeinschaftlich in den Gulli starren dürfen. Menno.

Die Gitter aus „leichtem“ Gusseisen liegen ja eigentlich nur lose auf (wenn man das lose nennen kann bei dem Gewicht), aber keine Chance, wir kriegten ihn nicht hoch.

Wen anrufen? Stadtwerke? Kanalreinigung? Hausmeister?

Ach wisst ihr was? Genau. 110.

Polizist in der Leitstelle: „Kein Problem, haben wir öfters, wir schicken jemanden vorbei…!“ 🙂

Und tatsächlich, so ne knappe Stunde später (ich saß inzwischen gemütlich in der Sonne, Chef musste eindeutig am Telefon lachen, als ich ihn anrief, dass es später wird. Menno! Ich hab’s genau gehört!) kam tatsächlich eine Streife vorbei.

Polizist: „Ach, heute mal andersrum – sonst sammeln wir die Dinger am Montag immer wieder aus dem Gebüsch und setzen sie wieder ein…

Und mit ein wenig Rucken und Ziehen (es hatten sich wohl einige Steinchen verklemmt und blockierten so den Gitterrost) hatten sie den Gulli offen.

Polizist zur Kollegin: „So, dann hänge ich dich jetzt mit dem Kopf zuerst rein und halte dich an den Füßen fest!

Polizistin: *böser Blick* „Hätt’ste wohl gerne!“ 😀

Mit einem Ast angelten sie mir den Schlüsselbund aus dem Modder und überreichten ihn mit spitzen Fingern 😀

Vielen, vielen Dank! 🙂

Na ja, und nach etwas Schrubben mit Pril und Wurzelbürste riecht der Bund wieder normal, sogar die Funkfernbedienung des Autoschlüssels geht noch…

Ich sag’s euch – so was reicht einmal auszuprobieren.

Aber zumindest ist dieser Gullideckel jetzt wieder leichtgängig. Und mein Schlüsselbund hat einen neuen riesigen Anhänger – damit passt der durch keinen Gullideckel mehr durch!