… so ruhig hier …

Ja, leider ist es im Moment etwas ruhig. Nicht nur im Büro (Kollege ist gerade alleine auf Konferenz), sondern vor allem hier, am Blog.

Endspurt nennt man so etwas.

Endspurt auf dem Weg zur Dissertation.

Das geplante Abgabedatum rückt näher (noch diesen Monat), es fehlen noch ein paar Seiten plus Überarbeitung – und auch sonst ist ja noch das eine oder andere zu tun.

Daher – ich bitte um Verzeihung, dass ich mich momentan nicht so recht über unsere Uni (nach wie vor ein Vorbild für „Das Haus, das Verrückte macht“), unsere Studenten (Wer zum Teufel gab einem Teil von denen irgendwann mal ein Abi?) und das Leben an sich auslassen kann.

Aber … die Zeiten werden sich wieder ändern! Ganz bestimmt! Bald!

Hoffe ich zumindest… 😉

Wenn die Prüfungsordnung (noch) keine ist

Letzten Sommer hatten wir in mühevoller Arbeit zusammen mit unserer Fakultäts-Justiziarin from Chaos neue Prüfungsordnungen für unsere Studiengänge erarbeitet. Diese gingen ihren Weg durch Fakultätsrat etc., so dass sie „durch“ waren, und nur noch nicht offiziell veröffentlicht waren. Diese Weiterleitung zum Veröffentlichen obliegt unserer Justiziarin.

Dieser letzte Schritt des Veröffentlichens – und damit auch Inkraft-Setzens – fällt dann daher nicht mehr in unseren Einflussbereich.

Zeitsprung.

Heute klingelt das Telefon bei Chef.

Mitarbeiterin im Rektorat, die für offizielle Bekanntmachungen zuständig ist. Sie fragte, wie wir denn auf unseren Webseiten nicht veröffentlichte und nicht genehmigte Prüfungsordnungen präsentieren könnten…? Und warum sie diese nicht habe…?

Ich sehe gerade unsere Chaos-Justiziarin – begraben von einem Haufen Papier – röchelnd in ihrem Papierchaos nach den bei ihr verschütt gegangenen Prüfungsordnungen wühlen…

Wenn diese Dame (ohne ihr Böswilligkeit unterstellen zu wollen – denn das ist sie nicht. Nur grenzenlos unstrukturiert und chaotisch) das Zeugs nicht findet – muss das nochmals genehmigt werden (Originalunterschriften und so). Dann geht der Terz nochmal los. Und … wir haben jetzt schon nach der neuen Prüfungsordnung gearbeitet … Hoffentlich findet sie die Unterlagen – sonst könnten auch Studis auf dumme Gedanken kommen… 😦

WWWWAAAHHHH! Einmal nur mit Profis…

Fillosoffisches – Heimat

Ich war zu Ostern bei meiner Familie und zuvor bei einer Freundin. Und habe mir von beiden erst einmal einen Rüffel eingefangen, weil ich irgendwann mal sagte „… und dann fahre ich heim …“ bzw. “ … bei mir zu Hause …“ Meine Heimat sei doch eigentlich dort, wo ich geboren sei und wo meine Familie heute noch wohne. Zumindest in dieser Region sei ich doch verwurzelt. Stimmt irgendwie. Irgendwie aber auch nicht. Nicht mehr?

Zur Erklärung – ich bin mit 18 Jahren aus meinem Elternhaus ausgezogen um zu studieren – ca. 120 km entfernt. Danach wohnte ich immer rund 100 bis 150 km entfernt von der Familie – nah genug, um an einem Sonntag eine Stippvisite zu machen, und fern genug, um nicht Erwartungen an tägliche Kurzbesuche zu schüren. Mit der Stelle an der Uni bin ich ans andere Ende der Republik gezogen – es trennen uns nun rund 500 km. Dieser Umzug war ein neues Abenteuer. Das ich begeistert angenommen habe.

Aber in letzter Zeit muss ich sagen, dieser Gedanken an „Heimat“ und „zu Hause“ beschäftigt mich.

Ich war am Wochenende auf der Durchreise noch in der Stadt, in und um die ich 10 Jahre (vor meinem aktuellen Abenteuer) lebte – und sie war mir das erste Mal fremd. Die Menschen, die Umgebung. Das erste Mal, dass ich ein „Touristengefühl“ hatte. Selbst im alten Stammcafé kannte ich gerade noch den Chef. Seltsam. Dabei bin ich noch gar nicht so lange weg. Auch die Leute kamen mir fremd vor. Gruslig.

Andererseits hatte ich bei der Rückfahrt zu meinem aktuellen Wohnort tatsächlich das „Heim fahren“-Gefühl. So gesehen nach einer recht kurzen Zeit.

Was ich mich in letzter Zeit vermehrt frage, wie es sich wohl anfühlt, dort zu leben und zu arbeiten, wo man aufgewachsen ist. Wo man alles kennt oder zumindest die Entwicklung beobachten konnte über viele Jahre. Wo man noch frühere Schulfreunde treffen kann. Wo alles vertraut ist. Wo Freundschaften und Familie auch mit räumlicher Nähe verbunden sind – im guten wie im schlechten.

Für mich fühlt sich sowohl meine Heimatstadt inzwischen an vielen Stellen fremd an – als auch eben jene Stadt, in der ich so lange lebte. Die aktuelle Umgebung ist noch nicht ganz vertraut, ich brauche oft noch Navi und muss nach vielen Sachen immer noch fragen (Fachgeschäft X? Facharzt Y? Handwerker Z? Wen am besten? Wo?), dennoch ist mir mein Leben hier im Moment näher als alles andere. Ist das nur eine zeitliche Sache, also eine Sache des zeitlichen Abstands? Habe ich mich so schnell weg vom anderen Ende entwickelt? Wie wäre es, jetzt wieder zurück zu gehen? (davon abgesehen, dass zumindest in meinem Geburtsort keine Arbeitsstellen für mich gäbe) Würde ich mich genauso schnell wieder eingewöhnen? Oder bliebe dieses „Fremdsein-Gefühl“?

Bin ich nur „wurzellose Vagabundin“? Oder anpassungsfähig? Oder merke ich nur nicht, dass was fehlt, weil ich es nicht kenne? Wie fühlt sich das an?

Ja, etwas wirr das Ganze – aber das dreht sich schon länger latent in meinem Kopf – zu Ostern nahmen diese Gedanken Fahrt auf. Aber so was von. Und werden mich wohl auch noch etwas beschäftigen.